Die Weisheit des Tages

Heute von Marge Simpson:

„Geschichte ist wie ein Vergnügungspark. Nur statt der Karussells muss man sich Geschichtsdaten merken.“

Alle Jahre wieder…

Nur dieses Jahr ist es igendwie anders.

Eigentlich nicht aber für mich fühlt es sich so an. Vermutlich liegt das daran, dass ich mich gerade in eine antimaterialistischen Selbstfindungsphase nachdenklichen Stimmung befinde. Grund dafür ist ein Bericht über den verkaufsoffenen Sonntag (gestern). Darin erklärte ein Herr, dass der verkaufsoffene Sonntag deshalb nützlich sei, weil dadurch das Weihnachtsgeschäft entzerrt werde. Es sei also nur zum Wohle des Kunden, da er das Geschenk seiner Wahl schneller erreichen könne und so Zeit und Stress spare.
An sich ist das ja nett. Sehr uneigennützig vom Verband der Einzelhändler und wenn ich mir so recht überlege, gefällt mir ein weiterer Aspekt nicht.

Weihnachten ist zu einem Ipod fressenden Monster geworden, die Geschenke sollen bitteschön immer teurer und größer werden. Unter dem Weihnachtsbaum 2007 werden sich Wii, Ipod Touch, das Iphone und andere Elektrospielzeuge türmen. Schön für uns reich Beschenkte. Aber es bleibt bei dem ganzen BlingBlingelektroTraum etwas auf der Strecke.
Ausnahmsweise muss ich den Kirchen mal Recht geben, wenn sie sich gegen die verkaufsoffenen Adventsonntage aussprechen.

Mal ehrlich, wer will denn Sonntags einkaufen? Weihnachten, da gehört doch Stress zu aber dadurch werden doch die ruhigen Sonntage nur schöner, finde ich. An denen kann man zur Ruhe kommen und sich mal überlegen, was man denn sinnvolles, schönes schenken kann. Hierbei gilt eindeutig Qualität vor Quantitat und Originalität vor (jetzt fällt mir kein tolles Wort ein) Teuer. Ein neues Handy, Mp3 Player oder ein Computer sind zwar schön und jeder freut sich darüber aber bringt uns der Elektrokram wirklich Glück? (rhetorische Frage also) Nein. Schöner ist es doch, etwas von sich zu schenken, etwas wodurch der Beschenkte merkt : „Hey, mein/e Mutter/ Vater/ Freund/ Freundin/ Bruder/ Schwester/ Oma/ Opa etc. mag mich“.

Schont den Weihnachtsmann. Sein Rücken ist eh schon krum vom vielen Plasmafernseher schleppen. Schenkt etwas, was dem Weihnachtsmann freude beim Verteilen bereitet, etwas was ihn zu sich selbst sagen lassen wird: „Mann, ich liebe meinen Job auch wenn es immer kalt, eng, rußig und zugig ist, mein Rücken krumm ist und meine Rente noch in weiter Ferne liegt!“. Schenkt etwas, was die Augen des Beschenkten funkeln lassen wird.
Klar, das ist schwer und ich will ja nicht behaupten, dass ich bisher irgendwas anders gemacht habe. Nur dieses Jahr ist es halt anders. Vielleicht funktioniert es nicht bei allen, die ich beschenken möchte aber dann hab ichs wenigstens probiert ;).

Gegen Konsum für mehr Brauchtum….

euer
Erbsenzähler

Aus, vorbei.

Ich krieg die Kinnlade nicht mehr zu.

Freiheit ist Sicherheit – Demo in Köln

Mit den ganz großen Menschenmassen hatte ich sowieso nicht gerechnet, angesichts der Tatsache, dass sich sogar meine sonst politisch so aktiven Mitschreiber zu schade waren, für den Protest gegen die totale Überwachung auch nur einen Schritt vor die Tür zu machen (Zitat Robsen: „Aber dann muss ich ja so früh aufstehen“(1)).
Demo6Dass aber tatsächlich nur ein kleiner Pulk von 300-400 Demonstranten durch Köln marschierte, fand ich dann doch etwas erbärmlich. Der Pulk bestand zum einen Teil aus tatsächlichen Datenschützern, hauptsächlich intellektuelle aus allen Altersgruppen und zum anderen Teil aus einer Horde von Menschen, die sich wohl am besten ganz einfach mit dem Begriff „Demonstranten“ beschreiben lassen und die den Grundstock jeder Demonstration bilden, egal ob es um den Irakkrieg, die Vorratsdatenspeicherung oder den Preis des Chicken-Burgers bei Mc Donald’s geht.
So zog dieser Pulk also von der Uni aus Richtung Hauptbahnhof, wobei jemand über ein furchtbar schlechtes Megaphon absolut unverständliche Parolen rief und jede Menge Beifall erntete. Zwei Stunden dauerte dieser Marsch, bei dem ich mich immer wieder fragen musste, wo denn die 54% der Deutschen sind, die nach einer Umfrage gegen Maßnahmen wie die Vorratsdatenspeicherung sind.
Demo20Am Bahnhofsvorplatz angekommen erzählten einige Leute von diversen Organisationen und Parteien noch etwas zum Thema Datenschutz, anschließend wurden die Megaphone für das gemeine Volk freigegeben und jeder der noch was zu sagen hatte, hatte die Gelegenheit dazu. Und da war er wieder, dieser spontane Geistesblitz, der im alkoholisierten Zustand sofort umgesetzt wird, nüchtern aber genau so schnell wieder verschwindet wie er gekommen ist. Glücklicherweise war bei mir letzteres der Fall, sodass ich auf meiner Seite des Megaphons blieb und den anderen Menschen zuhörte, die tatsächlich etwas zu sagen hatten. Ein Satz blieb mir dabei irgendwie hängen, ich möchte mit diesem (sinngemäßen) Zitat eines unbekannten Demonstranten schließen: „Ich habe von 18 Jahren schon in Leipzig für die Bürgerrechte protestiert und es kotzt mich an, dass ich heute wieder hier in der Kälte stehen muss“.
Demo22

[alle Bilder sind von Zwerghamster und urheberrechtlich geschützt. Wenn ihr sie irgendwie verwenden wollt, fragt vorher nach!]

Fußnoten:
(1) Robsen besteht darauf, dass diese Aussage völlig aus dem Zusammenhang gerissen ist und weist den Vorwurf, ein dekadenter Sesselaktivist zu sein, entschieden zurück.

Die Weisheit des Tages

Gegen Langeweile und weil ich gerde nichts Besseres zu tun habe.

Keep good relations with the monkeys!

Dies ist absolut nicht ernst zu nehmen

Deutsche Post spricht sich für Vorratsdatenspeicherung aus

In einer offiziellen Erklärung hat sich die Konzernführung der Deutschen Post heute für die Erfassung von Internetdaten ausgesprochen. „Das Internet war uns noch nie geheuer“, heißt es in der Erklärung.

Laut ersten Kommentaren sind die Aussagen der Post Bosse auf die Einkommensverluste, die die Post durch das Internet erleiden musste, zurückzuführen. Vor diesem Hintergrund wirkt auch die Aufforderung eines führenden Postangestellten, man solle doch endlich wieder zu Füller und Papier greifen, das sei doch viel persönlicher und zeuge von Niveau, berechnend und kaltschnäuzig. Steckt am Ende gar die Briefträgerlobby hinter dem ganzen Gesetzesentwurf? Bekommt Justizministerin Zypries jetzt ein lebenslanges Abo der konzerninternen Zeischrift „POST“?

Jetzt schlägt das Imperium also zurück. Und mit Recht. Wenn das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung tatsächlich in Kraft tritt, könnten Briefe wieder zur ersten Wahl werden, um Nachrichten zu übermitteln, schließlich gibt es das Briefgeheimnis. Das würde der Deutschen Post wieder Geld in die Kassen spülen. Damit könnten den Briefträgern endlich neue Schuhe gekauft, neue Briefmarken mit anregenden Nacktmotiven gedruckt, Managergehälter aufgestockt und der arg geschrumpfte Fuhrpark der Deutschen Post um einige BMW Audis Mercedes angemessene Autos aufgestockt werden.

Ist es da verwunderlich, dass die Briefträgerbosse Aktivisten, die sich gegen die neuen Bestimmungen wehren, als Parasiten bezeichnen? Ich meine nein, schließlich könnte es nach Inkrafttreten des Gesetzes einen neuen Briefboom geben. „Auch diese langhaarigen Bombenleger profitieren ja davon“, erklärte mein Briefträger, als ich ihn mit den Aussagen seiner Chefs konfrontierte. Die Post macht sich auf zu neuen Glanztaten. Sie wird die Börse und den neuen Brief Mount Everest im nu erklimmen und nach der Deutschen Telekom zum zweit beliebtesten und zweit erfolgreichsten Unternehmen Deutschlands werden.

Natürlich hat die Sachen einen Haken (so wie alles im Leben, würde unsere Putzfrau jetzt sagen. Die hat vielleicht eine negative Einstellung zum Leben. Aber davon ein Andermal), wo waren wir? Ach ja, schließlich wurde jüngst das Briefmonopol der Deutschen Post aufgehoben. Die Post ist jetzt nicht mehr DIE Post sondern nur noch eine Post unter vielen. Um wieder den absoluten Monopolstatus zu erlangen könnte die Post demnächst also damit werben, dass verschickte Informationen absolut sicher und unregistriert zum Epfänger gelangen.

Mit dieser Strategie wird die Deutsche Post das Unternehmen des Jahres. „Wir sind gut auf diesen Kampf vorbereitet“, heißt es in der Erklärung der Postoberhäupter, „das Internet wird schon sehen, was es davon hat, wenn es sich mit uns anlegt. Wir haben die Wende überlebt und auch die Privatisierung, da ist doch das Internet ein Klacks“.

Also ich habe mir heute schon schönes neues Briefpapier gekauft. Man muss ja mit der Zeit gehen.

der erbsenzähler

Terrorismus -eine unterschätzte Gefahr

Vor fünf Jahren betrug die Zahl der jährlichen Terrorismustoten in Deutschland noch null. Nachdem durch die Anschläge des 11. September jedoch ein regelrechter Terrorismus-Hype in den arabischen Staaten entstand, haben sich diese Zahlen drastisch verändert. Bis zum Jahr 2005 hat sich die Zahl verfünffach, bis 2007 noch einmal verdoppelt. Wer jetzt einen Taschenrechner zur Hand hat, wird begreifen, welche Bedrohung der Terrorismus für die innere Sicherheit Deutschlands bedeutet. Führende Terrorismusexperten gehen davon aus, dass sich die Zahl in den nächsten zwei Jahren weiter verzehnfachen könnte, wenn nichts unternommen wird.
Gottseidank gibt es in Deutschland Menschen, die eine Lösung parat haben: Die einzige Möglichkeit, diese Entwicklung aufzuhalten, ist die völlige Überwachung aller potentiellen Terroristen Deutschen.
Zugegeben, die Aufgabe der Privatsphäre ist ein großes Opfer. Wenn dadurch aber die Zahl der Terrorismustoten auch nur halbiert werden kann, lohnt sich dieses Opfer schon. Oder?