Ode an die Freude

Diesen kreativen Erguss
von unserem Mitschreiber kann und will ich der Welt nicht vorenthalten.
Zu seiner Verteidigung sei gesagt: Es war schon spät und der Mönch war schlecht beleuchtet.

Der Sänger ist unser allseits beliebter Zwerghamster.

peace!

Advertisements

CHIEMSEE REGGAE SUMMER 2007

Da ich jetzt 4 Tage mit Magen-Darm flach lag und nicht zur Schule gehen konnte, hatte ich genug Zeit mir den Chiemsee-Reggae-Summer im Fernsehen anzuschauen.

Ich will hier nicht nochmal auf alle Künstler eingehen, Jahcoustix, Ganjaman, Mono&Nikitaman und so waren genau so angenehm wie letztes mal beim Ruhr-Reggae. Für ein bischen Abwechslung sorgten diesmal aber Freundeskreis, Blumentopf und vor allem Deichkind, auf die ich gleich nochmal näher eingehe.

Der Ruhr-Reggae-Summer war nett, schön und fast ein bischen erholsam. So ähnlich habe ich mir auch den CRS vorgestellt. Damit lag ich ziemlich daneben, es war laut, voll und anstrengend. Und geil. Das lag schonmal daran, dass ungefähr 20.000 Leute da waren, und daran dass Deichkind auftrat. Außerdem floss ungefähr die 10-fache Menge Alkohol, und zwar nicht insgesamt sondern pro Person.
Die Zeltbühne war immer brechend voll und die Temperatur lag da drin nie unter 35°C. Auch vor der Hauptbühne war schon morgens um 12 die Hölle los.

Aber jetzt zu dem (wenigstens für mich) absoluten Highlight des Festivals: DEICHKIND! Sie spielten am frühen Abend im Zelt. Sollte jemand behaupten: „So voll war es auch wieder nicht, es hätte noch jemand reingepasst“, dann ist er ungefähr so ernst zu nehmen, wie die Leute die behaupteten „es wurden nur 3 deutsche Flugzeuge abgeschossen, wir werden den Krieg gewinnen“. Zum Glück war ich mindestens genau so voll, sonst hätte ich es wohl nicht so lustig gefunden. Die Temperatur überstieg alles was ich jemals in irgendeiner Sauna der Welt erlebt habe (und ich habe in einigen davon gechillt). Das Tanzen bestand darin, sich an Vorder-, Hinter- und Nebenmann zu reiben, zu versuchen den Ellenbogen auszuweichen und selber möglichst wenig auszuteilen.
Deichkind spielte in Unterhose, reichte zwei Schläuche einer Bierbong ins Publikum und verteilte mit einer Wasserpistole a la „Super Mega Blaster“ Literweise Wodka. Die Stimmung war ein wenig exzessiver, als ihr euch jetzt vorstellt.
Und irgendwann, nach ein paar Nummern die ich, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, nicht kannte, klang eine uns allen wohl bekannte Melodie an…
Leider gab es im Zelt weder Möbel noch Fenster. Trotzdem kamen einige Leute auf dumme Ideen, einer kletterte eine Säule des Zeltgerüstes hinauf, die Security-Leute hinterher (sah sehr lustig aus, wie ein Affenrudel im Streit um eine Kokosnuss).
Später spielten sie das Lied sogar noch mal, und es war wie wenn man sich nach einer Achterbahnfahrt nochmal hinten anstellt: Das zweite mal ist noch tausendmal geiler.

Ehrlich gesagt frage ich mich ernsthaft, wie der Typ, der dieses Video aufgenommen hat, es geschafft hat die Kamera so ruhig zu halten…

Was gibt es sonst noch so zu sagen? Gentleman war richtig schlecht, Blumentopf war lustig und Freundeskreis mit Afrob und Joy Denalane hat mir auch sehr sehr gut gefallen.

müde Grüße vom halb tauben Hamster

genießt das Leben!

Ruhr-Reggae-Summer 2007

Die Sonne geht gerade unter, auf dem Gaskocher steht eine Dose „Spirli-Nudeln mit Fleischklößchen“ und lässt sich mit dem warm werden Zeit. Ich trinke Lauwarmes Schloss-Pils aus der PET-Flasche während der Offbeat über den Zeltplatz dröhnt und ein süßlicher Ganja-Duft für entspannte Stimmung sorgt – Dieser Eindruck ist mir vom Ruhr-Reggae-Summer irgendwie am meisten hängen geblieben.

3 Tage Reggae bis zum umfallen, von 14:00 bis 5 Uhr morgens. Trotzdem hätten es auch gut und gerne noch 3 Tage mehr sein können.

An dieser Stelle noch mal ein fettes Dankeschön an Lisa, ohne die ich keine Ahnung von diesem Festival gehabt hätte. 3 Tage mit so einem Line-Up gibts nicht oft für 15€.

So, jetzt aber genug gefaselt, hier kommt der Bericht:

Nachdem die Zelte aufgebaut und das Bier eingekauft waren, machten wir uns auf zum Stadion von „Galatasaray Mülheim“, wo die Bühne aufgebaut war. Dort zeigten Uwe Banton und Ganjaman sehr eindrücklich, dass deutscher Reggae auch noch mehr als Gentleman und Patrice zu bieten hat. Geiler Auftritt, mehr gibts dazu nicht zu sagen. Auch sonst war das Programm sehr gut, wenngleich mir viele Namen neu waren. Vor allem Ziggi, der letzte Auftritt an diesem Tag, war spitze.

Der beste Act am zweiten Tag war meiner Meinung nach Jahcoustix, vielleicht auch der beste deutsche auf dem ganzen Festival. Glücklicherweise sehe ich den wie viele andere am Chiemsee nochmal. Mono&Nikitaman haben zwar echt gut Stimmung gemacht und ne geile Show abgeliefert, von der Musik wars aber nicht ganz mein Fall. Nach Nosliw, der als letzter auf der Bühne spielte, gings dann ins U-Club-Zelt, wo verschiedene Soundsystems ihr bestes gaben. Dancehall, super Stimmung und geschätzte 35°C machten zwar laune, waren aber auch ziemlich anstrengend, deswegen machten wir uns bald auf zur Beach-Area. Unter freiem Himmel barfuß im Sand tanzen war dann doch angenehmer.

Morgens am dritten Tag machten sich die anderen dann aus dem Staub, entweder weil sie noch irgendwas vorhatten oder weil das Wetter echt scheiße war. Ich wollte aber unbedingt abends noch Groundation sehen, deswegen entschied ich mich, alleine noch einen Tag da zu bleiben. Das war keine schlechte Entscheidung.
Es regnete zwar immer noch, als ich um eins aufwachte, mir wars aber ziemlich schnuppe. Ich machte mir den letzten Rest der Cornflakes mit einem letzten Schluck Milch und frühstückte im Zelt.
Um zwei fing die erste Band an, zu spielen, also ging ich in Regenjacke und Badehose vor die Bühne und tanzte mit den anderen 20 Leuten, die grade nichts besseres zu tun hatten. Wenn einem vom tanzen warm wird und die Band wunderschönen Sommerwetter-Reggae spielt, vergisst man schnell, dass es schüttet wie aus Kübeln.
Später spielten dann Jah Sesco und Marlene Johnson, irgendwie ein lustiges Gespann: Jah Sesco, ein brüllender und durch die Gegend springender Dancehall-Artist neben einer kleinen, zierlichen Marlene Johnson mit einer wunderschönen Engelsstimme. Klang aber ziemlich gut und zu allem Überfluss verschüttete die bildhübsche Sängerin auch noch Wasser auf ihrem weißen Oberteil.
Nach dem Auftritt von Mellow Mark und Pyro, die ordentlich Lärm gemacht hatten, sollte dann eigentlich Bitty McLean wieder für etwas entspanntere Stimmung sorgen, bevor das Highlight des Abends, oder eigentlich des ganzen Festivals anstand: Groundation, laut unserem scheinbar dauerbreiten Moderator Andrew Murphy „eina deh beste Reggaebands we have today“. Doch erstmal musste Bitty McLean auftreten, der kam zwar irgendwann, aber fast eine Stunde zu spät, erkältet und ohne Band. Ich frage mich ernsthaft, ob er mit dem Fahrrad unterwegs war. Nachdem er sich tausend mal entschuldigt hatte, sang er dann zur CD – und ich war überrascht, was für eine tolle Vorstellung er da lieferte. Man merkte wirklich, wie er sich alle Mühe gab und es war einfach schöne, chillige Feuerzeug-in-die-Luft-halte-Musik. Der Typ war mir irgendwie sympathisch.
Nichtsdestotrotz wurde es langsam Zeit für den Groundation-Auftritt, schließlich durfte nur bis 12 gespielt werden und eigentlich hätten sie schon anfangen sollen. Irgendwas muss aber beim Umbau der Bühne falsch gelaufen sein, die Tontechniker liefen immer wieder auf die Bühne rauf und wieder runter, es zog sich ewig hin und die Zeit verstrich, die 1 1/2 Stunden, die eigentlich eingeplant waren, wurden immer weiter beschnitten. Noch eine Stunde für Groundation… noch 50 Minuten… noch 40 Minuten… halbe Stunde noch… Und dann schien endlich auch das Keyboard zu funktionieren, Groundation kam auf die Bühne.
Trotzdem war ich enttäuscht, eine halbe Stunde für Groundation, für die ich extra einen Tag länger geblieben war und die eigentlich den krönenden Abschluss für dieses geile Festival bilden sollten. Doch als die ersten Töne gespielt waren, vergaß ich das alles und bekam eine Gänsehaut. Der Mix aus Reggae und Jazz, den die da spielten war bombastisch: zum ersten mal war der Rasen vor der Bühne so voll dass man sich kaum noch bewegen konnte, und das obwohl die Hälfte der Meute schon am Morgen abgereist war. Als ich das nächste mal auf die Uhr sah war es viertel nach 12 und ich dachte nur „Geil, die spielen weiter!“. Und das taten sie auch, bis ein Uhr, und lieferten anschließend noch eine Menge Zugaben. Als letztes spielten sie „War“ von Bob Marley. Der Abend war gerettet, ich denke nicht nur für mich. Die restliche Nacht schlug ich mir dann im U-Club-Zelt um die Ohren, bis auch dort die letzten Lichter ausgingen und das Festival offiziell beendet wurde.

Das waren 3 absolut geile Tage, und ich freu mich wie Bolle auf nochmal 3 Tage Chiemsee in 3 Wochen.

In diesem Sinne

Jah Bless

der Zwerghamster

Der Emo im Ghettokind-Pelz

Seit Bushido die Texte für seine Werke aus Emo-Tagebüchern nimmt hat er eine ganz neue Zielgruppe erreicht: Den Undercover-Emo. Das sind Emos, die sich nicht trauen vor den Kumpels zuzugeben dass sie am liebsten im verdunkelten Zimmer Gedichte darüber schreiben, wie sinnlos ihr Leben ist. Wenn eine Gruppe dieser eigenartigen Individuen im Bus dem gemeinsamen Bushido-übers-Handy-hören frönt, geht in jedem Kopf das gleiche vor: „Diese Musik berührt mich zutiefst. Bushido hat genau so ein hartes, sinnloses Leben wie ich. Er spricht mir einfach aus der Seele. Hoffentlich merkt keiner von den anderen, dass ich Bushido nicht nur höre weil er immer ficken sagt!“. Und dann kommt der ersehnte Alibi-Vulgärausdruck, der normalerweise von allen Anwesenden mit einem coolen Blick bedacht wird, um zu betonen, dass man die Musik nur wegen eben diesem einen Wort hört.

Ein guter Undercover-Emo verbringt täglich mehrere Stunden damit, sich bei Liedern wie diesem genau einzuprägen, an welchen Stellen er einen bösen oder coolen Blick zur Wahrung des Scheins einzubringen hat.