Goudawochen bei den Glashausphilosophen

Wenn Ihr jetzt denkt „Das ist doch Käse“ dann können wir nur antworten „Stimmt!“.
Denn manchmal ist Käse einfach notwendig. Sowohl auf dem Brot als auch im Kopf.
Genauso wie Käse auf dem Brot zu einem unglaublichen Genuss werden kann, so kann auch die gedankliche Käseproduktion und der Verzehr von intellektuellem Käse ein wahrer Gaumenschmaus sein.

Überhaupt haben Käse und Ideen sehr viel gemeinsam.
Und wenn ich von Ideen spreche meine ich nicht den Geistesblitz, der intuitiv innerhalb einer Millisekunde im Kopf auftaucht (z.B. „Schmeißt die Möbel aus dem Fenster“) und, wenn man Pech hat (oder Glück), innerhalb der gleichen Zeit wieder verschwindet. Es geht hier nicht um diese von überschäumende, der modernen, schnellen Welt angepasste Art von Idee, die man oft sofort wíeder verwirft, die zugegebener Maßen aber auch oft sehr Hilfreich ist.
Nein, vielmehr geht es bei uns um die langsam und mühselig entwickelte Idee. Eine Idee, die einen Reifeprozess hinter sich hat. Genau wie Käse.

Wie der Käse durchläuft auch der Reifeprozess einer Idee mehrere Prozesse.
Da wäre zunächst die Uridee (schönes Wort), vielleicht nur ein einfacher Eindruck, ein Erlebnis, das einen plötzlich zum Nachdenken zwingt, das einen fesselt und sogar unter die Dusche und im Schlaf verfolgt. Sie ist wie die Milch, der Ausgangsstoff aus dem etwas wirklich köstliches oder etwas wirklich stinkendes hervorgehen wird. Was das genau wird kann man oft am Anfang noch nicht sagen.

Wenn wir von einer Idee als Käse sprechen, so ist das meistens abwertend, negativ gemeint aber ich denke, dass jede Idee, sei sie noch so abstrus und lächerlich, etwas gutes hat.
Wir oder vielleicht vielmehr ich brauche diesen gedanklichen Käse, um die Ernsthaftigkeit des Lebens auf leckere Weise in die zweite Reihe zu stellen. Käse produzieren, eine Idee zu entwickeln, sei sie noch so unrealistisch, macht mir Spaß. Es ist wie Ferien aus der Realität.
Dabei ist der Reifeprozess genauso interessant und Intensiv wie der Geschmack von altem Brie. Doch auch das Resultat ist wichtig, denn manchmal wird aus dem unveredelten Käserohling ganz unverhofft (intuitiv, schnell wie bei einem Geistesblitz) eine neue Käsesorte, die schmackhafter ist als alles vorher Dagewesene.

Also merken:
– Käse ist wichtig. Produziert mehr Käse, das ist gut für die Wirtschaft und für euch selber.
– Ihr habt es in der Hand ob euer Käse zum Himmel stinkt oder anderen das Wasser in den Mund treibt.
– So mancher Stinkekäse hat doch noch Liebhaber gefunden.
Brauner Käse sieht nicht nur unappetitlich aus sondern ist der aller stinkendste! Daher ist er ungenießbar, egal was man tut.
– Käse ist Kult!
– Auch Vitamine haben eine Daseinsberechtigung!
UND:
– Lasst euch nicht abschrecken, wenn jemand euren Käse nicht wertschätzt!
– So mancher Käse hat schon die Welt verändert

Hut ab und so
der erbsenzähler

By the way: DAS WORT DES TAGES LAUTET: GOUDA BZW; KÄSE