Freiheit ist Sicherheit – Demo in Köln

Mit den ganz großen Menschenmassen hatte ich sowieso nicht gerechnet, angesichts der Tatsache, dass sich sogar meine sonst politisch so aktiven Mitschreiber zu schade waren, für den Protest gegen die totale Überwachung auch nur einen Schritt vor die Tür zu machen (Zitat Robsen: „Aber dann muss ich ja so früh aufstehen“(1)).
Demo6Dass aber tatsächlich nur ein kleiner Pulk von 300-400 Demonstranten durch Köln marschierte, fand ich dann doch etwas erbärmlich. Der Pulk bestand zum einen Teil aus tatsächlichen Datenschützern, hauptsächlich intellektuelle aus allen Altersgruppen und zum anderen Teil aus einer Horde von Menschen, die sich wohl am besten ganz einfach mit dem Begriff „Demonstranten“ beschreiben lassen und die den Grundstock jeder Demonstration bilden, egal ob es um den Irakkrieg, die Vorratsdatenspeicherung oder den Preis des Chicken-Burgers bei Mc Donald’s geht.
So zog dieser Pulk also von der Uni aus Richtung Hauptbahnhof, wobei jemand über ein furchtbar schlechtes Megaphon absolut unverständliche Parolen rief und jede Menge Beifall erntete. Zwei Stunden dauerte dieser Marsch, bei dem ich mich immer wieder fragen musste, wo denn die 54% der Deutschen sind, die nach einer Umfrage gegen Maßnahmen wie die Vorratsdatenspeicherung sind.
Demo20Am Bahnhofsvorplatz angekommen erzählten einige Leute von diversen Organisationen und Parteien noch etwas zum Thema Datenschutz, anschließend wurden die Megaphone für das gemeine Volk freigegeben und jeder der noch was zu sagen hatte, hatte die Gelegenheit dazu. Und da war er wieder, dieser spontane Geistesblitz, der im alkoholisierten Zustand sofort umgesetzt wird, nüchtern aber genau so schnell wieder verschwindet wie er gekommen ist. Glücklicherweise war bei mir letzteres der Fall, sodass ich auf meiner Seite des Megaphons blieb und den anderen Menschen zuhörte, die tatsächlich etwas zu sagen hatten. Ein Satz blieb mir dabei irgendwie hängen, ich möchte mit diesem (sinngemäßen) Zitat eines unbekannten Demonstranten schließen: „Ich habe von 18 Jahren schon in Leipzig für die Bürgerrechte protestiert und es kotzt mich an, dass ich heute wieder hier in der Kälte stehen muss“.
Demo22

[alle Bilder sind von Zwerghamster und urheberrechtlich geschützt. Wenn ihr sie irgendwie verwenden wollt, fragt vorher nach!]

Fußnoten:
(1) Robsen besteht darauf, dass diese Aussage völlig aus dem Zusammenhang gerissen ist und weist den Vorwurf, ein dekadenter Sesselaktivist zu sein, entschieden zurück.

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Eine Antwort

  1. Diese Menschen, die sich immer nur beschweren und nichts tun. Das kotzt mich an. Wir schreiben ja wenigstens einen blog um die Welt zu verändern.

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