leer ist es ohne Web 2.0.

Wie das Leben ohne Internet ist, muss zur Zeit Bert (Name geändert) seit 1 1/2 Wochen erleben. Die Entzugserscheinungen sind schon nach dieser kurzen Zeit ohne das Netz, das die Welt bedeutet, für Mitmenschen und Bert selber unerträglich.

Er ist nichtmehr auf dem Laufenden und kann sich nur durch die höchst unaktuelle Nachrichtensendungen oder die noch unaktuellere Tageszeitung informieren.
Er muss Lexika bemühen, wenn er Informationen sucht. Da Bert ein höchst neugieriger Mensch ist führte das dazu, dass er wunde Finger bekam und sie schließlich bandagiert werden mussten. Jetzt bleibt Bert dumm, denn mit bandagierten Fingern kann er nicht blättern.
Er kann in der Schule nicht mehr mithalten, schreibt schlechte Klausuren und weiß im Unterricht keine Antworten auf die Fragen des Lehrers- warscheinlich wird er dieses Schuljahr wiederholen!
Bert weint ständig, weil er seine sozialen Kontakte jetzt nicht mal so zwischendurch pflegen kann und insgesamt ist es ohne icq, als wohne er in der Äußeren Einöde (schönes Dorf irgendwo in Österreich).
Bert ist ein sehr kommunikativer Mensch und chattet gerne über icq mit Freunden und Bekannten. Das hat sich nun völlig verändert. Da Bert nichtmehr weiß was angesagt ist, traut er sich nichtmehr seine Frende anzusprechen. In der Pause und im Schulbus sitzt Bert abseits von allen anderen und redet mit sich selbst. Es versteht sich von selbst, dass dieses Verhalten bei seinen Freunden nicht gut ankommt und seine Außenseiterrolle noch verstärkt.
Bert war sehr an Musik interessiert. Er las laut.de wie die Bibel und war ständig auf der Suche nach neuer Musik. Jetzt da er kein Internet mehr hat, muss er sich seine Musik selbst komponieren und sie auf der Orgel in seinem Geheimkeller spielen. Er war gut in die Nachbarschaft integriert und verstand sich gut mit seinen Eltern, doch seitdem er seinen Keller nurnoch zum essen verlässt hat sich das Verhältnis gewandelt.

Bert, der quicklebendige, beliebte und erfolgreiche Junge von Nebenan wurde durch die Entzugserscheinungen ein andere Mensch- ein Monster!
Überlegen Sie sich gut, ob Sie dieses Risiko auch eingehen wollen.

BE SMART- DON’T START

Anmerkung des Autors:
Bert trägt sein Schicksal mit erstaunlicher Würde und er ist kein Einzelfall. Die Anzahl der Erkrankten ist hoch, doch es besteht großer Anlass zu der Vermutung, dass die Dunkelziffer noch beträchtlicher ist.

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2 Antworten

  1. tragisch. mir fehlen die worte 😦

  2. REPLY:
    Vielleicht sollten wir Flyer für Spenden und Aufkleber drucken lassen? So könnten wir wenigstens Solidarität zeigen… denn alle unsere Bemühungen, sei es in diesem Block oder auch sonst wo im Betz…. er KANN uns nicht hören…
    Deshalb: EIN HERZ FÜR BERT !!!!

    Gruß monoton…. so wie mein Leben….

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