Der Emo im Ghettokind-Pelz

Seit Bushido die Texte für seine Werke aus Emo-Tagebüchern nimmt hat er eine ganz neue Zielgruppe erreicht: Den Undercover-Emo. Das sind Emos, die sich nicht trauen vor den Kumpels zuzugeben dass sie am liebsten im verdunkelten Zimmer Gedichte darüber schreiben, wie sinnlos ihr Leben ist. Wenn eine Gruppe dieser eigenartigen Individuen im Bus dem gemeinsamen Bushido-übers-Handy-hören frönt, geht in jedem Kopf das gleiche vor: „Diese Musik berührt mich zutiefst. Bushido hat genau so ein hartes, sinnloses Leben wie ich. Er spricht mir einfach aus der Seele. Hoffentlich merkt keiner von den anderen, dass ich Bushido nicht nur höre weil er immer ficken sagt!“. Und dann kommt der ersehnte Alibi-Vulgärausdruck, der normalerweise von allen Anwesenden mit einem coolen Blick bedacht wird, um zu betonen, dass man die Musik nur wegen eben diesem einen Wort hört.

Ein guter Undercover-Emo verbringt täglich mehrere Stunden damit, sich bei Liedern wie diesem genau einzuprägen, an welchen Stellen er einen bösen oder coolen Blick zur Wahrung des Scheins einzubringen hat.

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Eine Antwort

  1. hach ist der herrlich ,)
    sehr nett geschrieben.
    Gruß

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